Freitag, 6. Juli 2012

Review: Dødsengel – Dødsengel MCD



Dødsengel – Dødsengel MCD

Dass Norwegen den Black Metal vermutlich mehr geprägt hat, als jedes andere Land auf der Welt, ist viel eher eine Tatsache, als eine Vermutung. Aber seien wir ehrlich, spätestens ab dem neuen Jahrtausend kam aus Norwegen längst nicht mehr so viel weltbewegendes, wie noch Anfang der neunziger Jahre. Wie so üblich, bestätigten jedoch auch hier Ausnahmen die Regel: Eine dieser Ausnahmen sind Dødsengel. Ging das Erstlingswerk „Visionary“ noch vollkommen spurlos an mir vorbei, schlug der Zweitling „Mirium Occultum“ dafür umso härter ein. Kaum hatte ich mich halbwegs von den Nachwehen dieses Albums erholt, veröffentlichten die Herren im gleichen Jahr noch drei EPs, die zwar unterschiedlicher nicht sein konnten, dem Album aber in Nichts nachstanden.

2011 sieht dann die vorerst letzte Veröffentlichung dieser norwegischen Ausnahmeerscheinung. Die selbst betitelte MCD wird durch „Conjuration With the Carnal“ experimentell eröffnet: Trommeln und Gestöhne entführen den Hörer in eine Klangwelt, die der von „Mirium Occultum“ nicht fern ist. Ähnlich gelagert klingen auch die anderen drei Songs der MCD. „A Trail I Leave, Through The Nine“ überrascht mit dissonanten Gitarrenläufen, bevor “Resemblance, Though Altered Quintessence” mit meditativen Akustikgitarren beginnt und urplötzlich explodiert um in einem beinahe groovenden Finale zu enden. Der letzte Song „Exaltation Beyond The Cyclus“ mündet dann wieder in beschwörenden, meditativen Gesängen und entlässt den Hörer verstört in seinen grauen Alltag.

Dødsengels Musik in Worte zu fassen ist beinahe unmöglich und die bisherigen Veröffentlichungen benötigten immer eine gewisse Anlaufzeit seitens des Zuhörers. Mit „Dødsengel“ wird sich dies nicht ändern, aber es ist erstaunlich wie leicht es diese Band zu schaffen scheint, ein überzeugendes Werk nach dem nächsten zu veröffentlichen. Für mich definitiv eines der Highlights des noch recht jungen Jahres.

(2011)